ABC-Schutz

Der Fachbereich ABC-Schutz deckt die Bereiche

  • Ölwehr,
  • Gefahrgut und
  • Strahlenschutz

ab.

Ölwehr

Ölwehrgeräte-Anhänger.

Der Anhänger aus dem Jahre 1993 hat einen OEL NOLTE  Aufbau. Die Freiwillige Feuerwehr Kitzingen ist zusammen mit dem THW Ortsverband Kitzingen und der Freiwilligen Feuerwehr Volkach für den Ölwehrbereich Kitzingen zuständig. Die Gerätschaften sind auf die verschiedenen Standorte verteilt. Bei der Freiwilligen Feuerwehr Kitzingen ist der landkreiseigene Ölwehranhänger stationiert. Das Kernstück des Anhängers bildet der Mopmatic Wringer, welcher mit seiner speziellen Kordel Ölfilme von der Wasseroberfläche aufnehmen kann. Zur Beladung gehören auch noch eine Ölwehrpumpe, verschiedene Skimmer und Rohrstücke sowie ein Zwischenlagerbehälter mit 10 cbm Fassungsvermögen.

Gefahrgut

Verkehrsaufkommen gefährlicher Güter
Gefährliche Güter werden heute in unserer technisch orientierten Gesellschaft vielfältig genutzt.
Der weltweite Handel mit gefährlichen Gütern hat einen enormen Umfang erreicht und er nimmt ständig zu. So werden in der Bundesrepublik Deutschland nach Mitteilung des Statistischen Bundesamtes jährlich etwa 384 Millionen Tonnen Gefahrgüter  befördert, davon im

Güternahverkehr etwa 200 Millionen Tonnen
Güterfernverkehr etwa 41 Millionen Tonnen
Eisenbahnverkehr etwa 39 Millionen Tonnen
Binnenschiffsverkehr etwa 54 Millionen Tonnen
Seeschiffsverkehr etwa 50 Millionen Tonnen
Luftverkehr etwa 28 Millionen Tonnen

Unfälle mit gefährlichen Gütern

Trotz guter Vorschriften und Intensivierung der Schulung werden sich Unfälle mit gefährlichen Gütern wohl nicht ganz vermeiden lassen – es bleibt leider immer ein Risiko. Für diese Fälle wurden von den Behörden der für die Schadensbekämpfung zuständigen Bundesländer sowie auch von der chemischen Industrie umfangreiche Vorsorgemaßnahmen getroffen. An der Verbesserung aller vorhandenen Systeme wird ständig gearbeitet.

Der 1. Löschzug Gefahrgut im Landkreis Kitzingen
wird von der Freiwilligen Feuerwehr Kitzingen, der Freiwilligen Feuerwehr Sickershausen (Stadtteilfeuerwehr in Kitzingen) sowie der Freiwilligen Feuerwehr Iphofen gestellt. Der Einsatzbereich erstreckt sich in der südwestlichen Landkreishälfte.

Die Zusammenstellung:

  • Kitzingen: Einsatzleitung / Gerätewagen Gefahrgut mit PU250 / Rüstwagen /                                     Löschfahrzeug
  • Iphofen: Tanklöschfahrzeug 3000
  • Sickershausen: Dekon-P (Dekontaminationsfahrzeug)

Der 2. Löschzug Gefahrgut im Landkreis Kitzingen
wird von der Freiwilligen Feuerwehr Kitzingen , der Freiwilligen Feuerwehr Wiesentheid, der Freiwilligen Feuerwehr Volkach sowie der Freiwilligen Feuerwehr Sickershausen gestellt. Der Einsatzbereich erstreckt sich in der nordöstlichen Landkreishälfte.

Die Zusammenstellung:

  • Kitzingen: Einsatzleitung / Gerätewagen Gefahrgut mit PU250
  • Wiesentheid: Tanklöschfahrzeug / Rüstwagen
  • Volkach: Löschfahrzeug
  • Sickershausen: Dekon-P (Dekontaminationsfahrzeug)

Das Gerätewagen Gefahrgut (GW-G)

Der GW-G aus dem Jahre 1991 hat ein Mercedes – Benz Fahrgestell und einen Schmitz Aufbau. Dieses Fahrzeug ist für eine Truppbesatzung ausgelegt. Der GW-G  ist ein landkreiseigenes Fahrzeug und bei der Freiwilligen Feuerwehr Kitzingen untergebracht. Er kommt bei Unfällen mit gefährlichen Stoffen zum Einsatz. Kitzingen bildet mit der Freiwilligen Feuerwehr Iphofen den 1. LZG (Löschzug Gefahrgut).  Zur Beladung des GW-G gehören u.a. Behältnisse und Pumpen zum Umfüllen und Zwischenlagern, Absperrmaterialien, Gefahrstoffordner, Messgeräte, kleine Mengen Bindemittel, verschiedene Schutzbekleidungen bis hin zum Vollschutzanzug. Der GW-G hat einen fest eingebauten  Stromerzeuger mit einer Leistung von 20 kVA.

Strahlenschutz

Die Feuerwehr Kitzingen verfügt über eine Strahlenschutz-Sonderausrüstung. In regelmäßigen Abständen wird mit der Mannschaft eine Stationsausbildung durchgeführt. Einsatz und Übung erweisen sich als schwierig, da immer mit Kontaminationsschutzanzug und umluftunabhängiger Luftversorgung (Pressluftatmer) zum Schutz vor Inkorporation und speziellen Messgeräten gearbeitet werden muss. Natürlich ist auch eine großräumige Absperrung der Einsatzstelle von Nöten, sowie eine Verhinderung der Verschleppung des Strahlers durch Kontamination. Aus diesem Grund muss auch ein Kontaminationsnachweisplatz in ausreichendem Abstand aufgebaut werden.
Hierbei wird klar, dass im Ernstfall ein präzises und professionelles Vorgehen notwendig ist. Die große Schwierigkeit ist die Einschätzung der Gefahr, da die Strahlenquelle alle drei Aggregatzustände haben kann und weder sichtbar, spürbar und vorallem geruchsneutral ist, jedoch bei unzulässig hoher Bestrahlung Erbgutschädigungen, bis hin zu letaler Gefährdung auftreten kann.

Der bisher einzige Starahlenschutzeinsatz im Jahr 1999

Der Einsatz begann als „normaler“ Verkehrsunfall  für die Feuerwehr Münsterschwarzach. Eine eingeklemmte Person musste aus einem verunfallten Transportfahrzeug gerettet werden. Bei Eintreffen stellten die Helfer fest, dass der Kleintransporter radioaktive medizinische Diagnostika geladen hatte.  Der Einsatzleiter traf die einzig richtige Entscheidung und forderte die Feuerwehr Kitzingen, welche über spezielle Strahlenschutzausrüstung und über ausgebildetes Personal verfügt, sowie nach Alarmplan KBR und KBM an.  Zu diesem Zeitpunkt war nicht festzustellen, ob Verpackungen durch den Unfall beschädigt wurden und so eventuell strahlendes Material freigesetzt wurde.

Hauptaufgabe der eintreffenden Kitzinger Feuerwehrleute war es dann, festzustellen, ob dies geschehen war oder nicht. Dazu wurden die vorgehenden Einsatzkräfte zum einen mit Warngeräten  ausgestattet, welche bei Erreichen festgelegter Grenzwerte Alarm auslösen. Zeitgleich wurde mit der Messung am und schließlich im Fahrzeug begonnen. Diese Messungen ergaben so minimale Werte, dass der zuerst genannte Trupp die Verpackungen in Augenschein nehmen und schließlich nach Feststellung der Unversehrtheit mit dem Umladen beginnen konnte.