Und wie war Ihr erstes bayerisches Ferienwochenende?

Eines der einsatzreichsten Wochenende der Freiwilligen Feuerwehr Stadt Kitzingen begann am Freitag, den 02.08.13 mit der Alarmierung der Feuerwehren Kitzingen und Biebelried auf den Parkplatz Wolfsgraben auf der BAB A7. Ein Lkw-Fahrer hatte gemeldet, dass Diesel aus dem Kraftstofftank austreten würde. Unter dem Lkw befand sich
glücklicherweise nur eine kleine Dieselmenge, da der Kraftstoff aus dem Bereich des Motors ausgetreten war und mit stoppen des Motors kein weiteres Diesel mehr nachgepumpt wurde. Die ausgelaufene Menge wurde abgebunden und der Rest dem bereits informierten Werkstattdienst überlassen.

Um 08.24 Uhr piepten die Meldeempfänger der freiwilligen Einsatzkräfte
der FF KT erneut. Diesmal klang die Meldung leider ernster. Nach einem
Verkehrsunfall sei eine Person in ihrem Pkw eingeklemmt. Das Lagebild
zeigte zwei Pkw nach einem Auffahrunfall an der Kreuzung Heinrichr-Fehrer-Str. zur Nordtangente. Der touchierte Pkw war gegen einen Laternenmast geschleudert worden. Der Fahrer des ersteintreffenden Feuerwehrfahrzeuges stellte bei der Erkundung fest, dass die Person in diesem Fahrzeug nicht eingeklemmt, ansprechbar und wohl leicht verletzt
war.  Eine technische Befreiung war nicht notwendig und die Person wurde in Kooperation mit einem Ersthelfer bis zur Übernahme durch den Rettungsdienst betreut. Der Fahrer des zweiten beteiligten Fahrzeuges blieb unverletzt. Während der Einsatzdauer musste der Verkehr zur Verhinderung von größeren Rückstaus in Richtung Nordbrücke über die Abbiegespur nach Albertshofen an der Unfallstelle vorbei geleitet werden. Leider war diese Veränderung im Verkehrsfluss für manche Autofahrer doch eine zu große Umstellung und Verkehrssicherungskräfte der Feuerwehr mussten mehrmals energisch einschreiten, um Fahrzeuge anzuhalten bzw. zum richtigen Zeitpunkt fahren zu lassen. Nachdem der Rettungsdienst die verletzte Person aufgenommen hatte und die
Polizeikräfte die Einsatzstelle aufgenommen hatten, räumten die Feuerwehrler die Trümmer des Aufpralls von der Fahrbahn und streuten ausgelaufene Betriebsstoffe ab. Neben dem Bauhof der Stadt Kitzingen zur Aufstellung von Warnschildern wurde die LKW Kitzingen zur Kontrolle der möglicherweise beschädigten Straßenlaterne informiert und an die Einsatzstelle gebeten.

VU Nordtangente - Freiwillige Feuerwehr Stadt Kitzingen

VU Nordtangente – Freiwillige Feuerwehr Stadt Kitzingen

Der restliche Freitag verlief dann ebenso ruhig wie der Samstagvormittag. Um 12.01 Uhr war es jedoch mit der Ruhe vorbei. Die Meldung lautete auf Wassereinbruch in einem Keller in Kitzingen. Vor der Feuerwehr war jedoch bereits die LKW Kitzingen informiert worden. Der Installateur hatte das Wasser bereits abgestellt und mit der Reparatur
des Defektes begonnen, so dass die Feuerwehrler wieder abziehen konnten. Um 14.09 Uhr alarmierte die Integrierte Leitstelle Würzburg zu einer Rauchentwicklung in die Siedlung. Der Rauch war auf der B8 zu sehen und bedingt durch die Sichtbehinderung durch Buschwerk schien es, als käme der Qualm aus einem Gebäude. Erst nach Eintreffen und Rundumerkundung wurde die Ursache der Rauchentwicklung festgestellt: Der Abbrand einer kleinen Menge Gartenabfälle. Das Feuer wurde unter Aufsicht der Feuerwehr vom Verursacher abgelöscht und die Einsatzkräfte zogen wieder ab.

Doch damit hörten die Fahrten zu Einsätzen der Marke „Schaut mal nach, könnte was sein, aber man weiß es eben nicht“ auf.
Um 23.37 Uhr wurden die Besucher des Weinfestes Sulzfeld von der Feuerwehrsirene aufgeschreckt. Ein aufmerksames Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Sulzfeld hatte Qualm aus einem leerstehenden Gebäude wahrgenommen und die Alarmierung der Feuerwehren Sulzfeld, Kaltensondheim und Kitzingen veranlasst. Der Rauch war deutlich in der Gasse auszumachen und die Feuerwehr Sulzfeld begann einen Erstangriff ins Gebäude. Im Obergeschoss wurde die Ursache der Rauchentwicklung festgestellt: An mehreren Stellen kokelte es. Die eintreffenden Feuerwehr Kitzingen unterstützte die Sulzfelder Feuerwehr mit Wärmebildkamera, weiteren Atemschutzgeräteträgern und der Drehleiter. Die Kräfte auf Kaltensondheim blieben als Reserve in Bereitschaft. Die
Lage blieb relativ lange unklar, da nicht unmittelbar ausgemacht werden konnte, inwieweit sich der Glutbrand bis in die Fehlböden bzw. durch brennbares Material im Gebäude bereits fortgepflanzt hatte. Gegen 0.30 Uhr war die Lage jedoch soweit klar, dass die Kaltensondheimer Feuerwehr abrücken und die Kitzinger Feuerwehr sich abrückebereit machte.

Brand Sulzfeld - Freiwillige Feuerwehr Stadt Kitzingen

Brand Sulzfeld – Freiwillige Feuerwehr Stadt Kitzingen

Die Entspannung währte jedoch nur wenige Minuten, denn um 0.57 Uhr alarmierte die Leitstelle zu einem mutmaßlichen Wohnungsbrand die
Feuerwehren Albertshofen und Mainsondheim nach Albertshofen. Da die Leitstelle über den Stand der Dinge in Sulzfeld orientiert war, kam die Anfrage, ob Kitzingen zur Unterstützung nach Albertshofen fahren könne. In Sulzfeld benötigte die örtliche Feuerwehr für die notwendigen Nachkontrollen der Fehlböden die Kitzinger Feuerwehr nicht, so dass abgerückt werden konnte. In Albertshofen hatte die örtliche Feuerwehr bereits festgestellt, dass es in einer Garage in einem Wohnhaus brannte und mit den Erstmaßnahmen begonnen. Dort war eine Kehrmaschine in Brand geraten, der Brand war jedoch am eigenen Rauch in der geschlossenen Garage glücklicherweise fast erstickt. Mittels der Wärmebildkamera der Kitzinger Feuerwehr wurde die Brandstelle kontrolliert, dann rückte die FF Kitzingen wieder ab.

Brand Albertshofen - Freiwillige Feuerwehr Stadt Kitzingen

Brand Albertshofen – Freiwillige Feuerwehr Stadt Kitzingen

Das Kitzinger Löschgruppenfahrzeug fuhr zurück nach Sulzfeld, um dort zurückgelassenes Beleuchtungsmaterial aufzunehmen. Die Kitzinger Führung stimmte sich ebenfalls in Sulzfeld mit der dortigen Einsatzleitung hinsichtlich der notwendigen Sicherungsmaßnahmen ab.
Gegen 02.30 Uhr lagen die Kitzinger wieder in ihren Betten, hofften auf einige Stunden Schlaf am Sonntagmorgen. Der Traum währte jedoch nur etwas mehr als drei Stunden, dann erklang erneut der vertraute Weckruf.
Von der BAB A3 war ein Verkehrsunfall mit eingeklemmter Person gemeldet. Auch bei diesem Unfall war das Kitzinger Vorausfahrzeug das ersteintreffende Fahrzeug, dicht gefolgt von den weiteren Einsatzkräften. Ein Pkw war kurz vor der Betriebsumfahrt von der Fahrbahn abgekommen und lag im Grünstreifen auf dem Dach. Der Fahrer war
alleine in seinem Fahrzeug und konnte sich frei im Fahrzeug bewegen, es jedoch nicht verlassen. Von den Feuerwehrkräften wurde die Tür unter Zuhilfenahme  von hydraulischem Rettungsgerät geöffnet. Das Ergebnis der Erstuntersuchung durch den Notarzt zeugte von dem wahnsinnigen Glück, das der Fahrer hatte: Er hatte keine gravierenden Verletzungen davongetragen.

VU-A3 - Freiwillige Feuerwehr Stadt Kitzingen

VU-A3 – Freiwillige Feuerwehr Stadt Kitzingen

VU-A3 - Freiwillige Feuerwehr Stadt Kitzingen

VU-A3 – Freiwillige Feuerwehr Stadt Kitzingen

Nach einem Frühstück im Feuerwehrgerätehaus Kitzingen trennten sich die
Einsatzkräfte, um den Sonntag zu beginnen, der ohne Zwischenfälle verlief. Erst am Montagvormittag kurz nach 07.00 Uhr suchte die Leitstelle Würzburg mit einem Alarm das Gespräch mit der Kitzinger Feuerwehr und bat zum Anrücken auf die BAB A3. Doch das ist eine andere Geschichte.

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