GWG-Ausbildung Abschlussübung

16. März 2012, eine Andeutung von Frühling hat sich in den Marktplatz der historischen Weinhandelsstadt Kitzingen geschlichen. Die Menschen genießen die Ruhe und die ersten wärmenden Strahlen. Doch jäh durchbrechen Martinhörner das Dolcefarniente der sonnenstrahlengenießenden Kaffeetrinker an Tischen der Cafés.

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Einigen Personen war es schon vorher aufgefallen: da standen zwei verdächtigte Container am Rathaus und ein nicht weniger verdächtig wirkender Mann, seltsam gekleidet, schlich herum. Kurz bevor die Einsatzfahrzeuge der Feuerwehren Iphofen, Sickershausen und Kitzingen den Marktplatz enterten, öffnete er gar die Behälter und ließ eine Flüssigkeit auslaufen. Scheinbar unbeteiligt verwickelte er daraufhin den Oberbürgermeister Kitzingens und Mitglieder des Stadtrates, u.a. die Feuerwehrreferentin, in belanglose Gespräche.

Leichte Unsicherheit war bei dem einen oder anderen Marktplatzbesucher festzustellen: Ist das jetzt ein Ernstfall oder nicht?

Zum Glück nicht, es war nur eine Übung zum Abschluss der jährlichen Fortbildung in Sachen ABC-Schutz. Eine Einsatzkraft formulierte es lakonisch: „Bei einem Ernstfall würden Sie jetzt nicht hier stehen.“

Innerhalb weniger Minuten musste ein ganzes Spektrum an Aufgaben durchgeführt werden: absperren, erkunden, retten, Stoffrecherche, abdichten der Behälter unter Chemikalienschutzanzüge.

Dem Übungsort geschuldet war einiges, was den fachkundigen Zuschauer womöglich irritierte. Café-Besucher konnten auf ihren Stühlen sitzen bleiben, Spaziergänger durften nahe an Behälter und Einsatzkräfte heran und die World-Press-Ausstellung sowie die offenen Geschäfte konnten problemlos besucht werden.

Dies geschah auch ganz bewusst, wollte man doch dem Bürger die Möglichkeit geben, so etwas Ähnliches wie das Feuerwehrleben kennenzulernen: ohne Vorwarnung und plötzlich mittendrin im Geschehen.

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