Gefahrgutübung 2003

Gefahrgut-Großübung bei der Fa. Huppmann

Wenn im Rahmen eines Betriebsunfalles ätzender Stoff auf menschliche Haut trifft, wird meist die Feuerwehr auf den Plan gerufen.

Am Samstag den 15.03.2003 wurde dieses Szenario als Abschlußübung im Rahmen der jährlichen Gefahrgut-Winterschulung geprobt.

Ausgehend von einem simulierten Gefahrgutunfall in der Kitzinger Firma Huppmann (Brauereiausstatter) rückte der komplette 1. Löschzug-Gefahrgut Kitzingen (1.LZG) aus.

Eingesetzte Freiwillige Feuerwehren waren:

  • FF Stadt      Kitzingen mit ELW, GWG, TLF 16/25, LF 16/12
  • FF      Iphofen mit TLF 16/25, TroTLF 16, MZF
  • FF      Sickershausen mit LF 8, Dekon-P LKW

Lage: In der Beizhalle wurden mit einem Kran schwere Metallteile zur Oberflächenveredelung umgesetzt.
Dabei löste sich ein Teil und beschädigte ein Behältnis mit stark ätzender Flüssigkeit (Oxifirst Steel). Ein Firmenmitarbeiter, in Schutzkleidung für Beizarbeiten, konnte sich nicht mehr rechtzeitig in Sicherheit bringen und wurde von dem Metallteil und der auslaufenden Flüssigkeit getroffen. Erschwerend kam hinzu, dass diese Person unter einem Metallbock eingeklemmt war.

Der innerbetriebliche Brandschutz, bestehend aus 9 Firmenmitarbeitern, setzte den Alarm gegen 15:00 Uhr von der Brandmeldezentrale des Werkes ab, legte die Absperrgrenzen fest und stand zur Einweisung der anrückenden Feuerwehren bereit.

Die Feuerwehreinsatzleitung musste, anhand der in der Brandmeldezentrale ausliegenden Sicherheitsdatenblätter, eine Umschlüsselung des Produkts (Oxifirst Steel) vornehmen. Erst dann konnte man die eigentlichen Gefahren des Stoffes für Mensch und Umwelt erkennen.
Nach erfolgter Ermittlung des Gefahrstoffes wurde die entsprechende Feuerwehrschutzausrüstung festgelegt und der Angriffstrupp damit ausgerüstet.

Die verunglückte Person konnte aus ihrer misslichen Lage befreit und anschließend dekontaminiert (Reinigen bzw. neutralisieren mit einer flüssigen Speziallösung) werden.

Als nächster Schritt wurde das ausgelaufene Medium mit Wasser stark verdünnt, somit stellte es keine Gefahr mehr dar.
Da bei diesem Vorgang eine starke Ausdünstung und Spritzgefahr ausgeht, musste ein weiter Angriffstrupp mit Chemikalien-Schutz-Ausrüstung (CSA-Vollschutz) vorgehen.

Es wurde kurz entschlossen ein weiteres Szenario eingebaut, , so kollabierte eine Einsatzkraft und kippte plötzlich um.

Sehr schnell war der Rettungstrupp, welcher während des gesamten Einsatzes in CSA bereitstand zur Stelle, um eine Notdekontamination des verunfallten Feuerwehrkameraden vorzunehmen. Hierbei wird nur eine kurze Reinigungsphase eingeleitet um die betreffende Person schnellstmöglich aus dem gasdichten Anzug zu befreien und dem Rettungsdienst zu übergeben.
Diese spezielle Rettungstaktik wurde ebenfalls in der Gefahrgut-Winterausbildung geschult.

Wie wichtig das perfekte Zusammenspiel zwischen Feuerwehren, Rettungsdienst und innerbetrieblichen Brandschutz ist, zeigte auch wieder diese Gefahrgut-Großübung. Große Mängel konnten nicht festgestellt werden, die Kleineren wurden noch vor Ort besprochen und abgestellt.

Text: HaZi/RL
Foto: HaZi/RL

Dieser Beitrag wurde unter Übungen abgelegt und mit verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.